Die 10 bedeutendsten Klöster und Tempelkomplexe in Japan
Das japanische Mönchtum wurde zwischen dem sechsten und dreizehnten Jahrhundert aus China importiert und in eigenständige Schulen umgeformt, die noch heute die stärksten institutionellen Strukturen des buddhistischen Asiens darstellen. Sōtō-Zen, Rinzai-Zen, Shingon, Tendai und Kegon — jede Schule hat ihre eigenen Klöster, ihre eigenen Praktiken und ihre eigene intellektuelle Tradition. Die Klöster sind nicht nur religiöse Zentren, sondern oft auch Kunstsammlungen, Gärten, Ausbildungsstätten für Mönche und Tempel, die von der breiteren Bevölkerung für Gedenken, Hochzeiten und Jahrestage genutzt werden. Die Grenzen zwischen Tempel (Tera) und Kloster (Sōrin) sind im japanischen Kontext fließend.
1. Eihei-ji, Präfektur Fukui
Eihei-ji ist das Hauptkloster der Sōtō-Zen-Schule, gegründet 1244 von Dōgen Zenji im tiefen Bergwald der Präfektur Fukui. Mit über 200 Mönchen in Ausbildung ist es heute noch eines der aktivsten monastischen Ausbildungszentren Japans. Besucher dürfen das Klostergelände betreten, das über 70 Gebäude auf einem steilen Waldhang umfasst, die durch überdachte Holzgänge verbunden sind. Ein Morgenbesuch vor 8:00 Uhr erlaubt, die Mönche beim Morgengebet zu beobachten. Zen-Retreats (Zazen) für externe Teilnehmer sind buchbar; Übernachtung in einem der Klostergästehäuser ist möglich.
2. Sōji-ji, Yokohama
Sōji-ji ist das zweite Hauptkloster der Sōtō-Zen-Schule, heute in Tsurumi, Yokohama. Das ursprüngliche Kloster in Monzen-machi (Noto-Halbinsel, Präfektur Ishikawa) brannte 1898 ab; der heutige Komplex wurde 1911 in Yokohama neu errichtet. Die Ausbildung von Sōtō-Mönchen findet hier in einem städtischeren Kontext statt als in Eihei-ji; der Tempel nimmt Zazen-Teilnehmer und Retreatgäste auf. Das Museum zeigt Schätze der Sōtō-Schule.
3. Daitoku-ji, Kyoto
Daitoku-ji ist ein Rinzai-Zen-Klosterkomplex im Nordwesten Kyotos — technisch ein Mutterkloster mit 22 Unterklostern (In), von denen einige für Besucher geöffnet sind. Die Gärten der Unterklöster Daisen-in, Kōtō-in und Ryōgen-in gehören zu den feinsten Karesansui-Steingärten Japans. Daitoku-ji war historisch eng mit der japanischen Teezeremonie verbunden: Sen no Rikyū, der größte Teemeister Japans, ist hier begraben, und viele der bekanntesten Teehäuser Kyotos stehen auf dem Gelände oder in unmittelbarer Nähe.
4. Myōshin-ji, Kyoto
Myōshin-ji ist das Mutterkloster der Myōshin-ji-Linie der Rinzai-Zen-Schule und mit über 3000 Unterklostern weltweit die größte Rinzai-Institution Japans. Der Hauptkomplex im Nordwesten Kyotos umfasst 46 Unterklöster und eine riesige Hauptkirche mit einer Deckenmalerei (Unryū, der Drachenkönig) des Malers Tan'yū Kanō aus dem siebzehnten Jahrhundert. Geführte Touren durch ausgewählte Gebäude täglich; einige Unterklöster öffnen saisonal für spezielle Gartenpräsentationen.
5. Kongōbu-ji, Berg Kōya
Das Kongōbu-ji ist das Hauptkloster des Shingon-Buddhismus auf dem Berg Kōya (Kōyasan) in der Präfektur Wakayama — auf 900 Metern Höhe, vom Gründer Kūkai (Kōbō Daishi) im frühen neunten Jahrhundert als heilige Stadt im Wald angelegt. Über 117 Klöster bilden das Kōyasan-Ensemble, seit 2004 UNESCO-Welterbe. Der Okunoin-Friedhof mit 200.000 Grabmälern unter jahrhundertealten Zedern ist eines der ergreifendsten sakralen Landschaften Asiens. Mehr als 50 Klöster (Shukubo) bieten Übernachtung mit vegetarischer Shōjin-Küche.
6. Enryaku-ji, Berg Hiei
Enryaku-ji ist das Mutterkloster des Tendai-Buddhismus auf dem Berg Hiei nahe Kyoto, 788 von Saichō gegründet. Der gesamte Berg Hiei ist seit 1994 UNESCO-Welterbe. Der Klosterkomplex verteilt sich auf drei Bereiche (Todo, Saito, Yokawa) auf dem gebirgigen Gipfelplateau. Enryaku-ji ist historisch für die Mönchskrieger (Sōhei) bekannt, die im Mittelalter weltliche Macht ausübten. Oda Nobunaga brannte 1571 das gesamte Kloster mit geschätzten 3000 Mönchen nieder; der heutige Komplex wurde im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert wiederaufgebaut.
7. Tōdai-ji, Nara
Tōdai-ji ist der Haupttempel der Kegon-Schule des Buddhismus und enthält in seinem Großen Buddha-Saal (Daibutsuden) die weltgrößte Bronzestatue des Buddha Vairocana — 15 Meter hoch, gegossen im achten Jahrhundert. Der Daibutsuden ist das weltgrößte Holzgebäude (trotz zweier Brände und Neubauten im achtzehnten Jahrhundert). Das Kloster, seit 1998 UNESCO-Welterbe als Teil der historischen Denkmäler von Nara, ist täglich geöffnet; Eintritt kostenpflichtig. Der angrenzende Nara-Park mit freilaufenden Rehen verstärkt den historischen Charakter.
8. Hōryū-ji, Nara
Hōryū-ji nahe Nara ist eines der ältesten Holzgebäude-Ensembles der Welt, gegründet 607 von Prinz Shōtoku. Die westliche Anlage (Sai-in) enthält die ältesten erhaltenen Holzbauten der Welt — eine Fünfstöckige Pagode und die Kondo aus dem späten siebten Jahrhundert. Seit 1993 UNESCO-Welterbe. Das Kloster war historisch Zentrum des frühen japanischen Buddhismus und die Bildungsstätte des Prinzen Shōtoku selbst. Täglich geöffnet; Eintritt für verschiedene Bereiche separat.
9. Engaku-ji, Kamakura
Engaku-ji ist eines der fünf großen Rinzai-Zen-Klöster der Kamakura-Zeit (Kamakura Gozan), gegründet 1282 zum Gedenken an die im Abwehrkampf gegen die Mongoleninvasion Gefallenen. Es liegt am Rand des Stadtwalds von Kamakura und ist von Bahnhof Kita-Kamakura direkt zugänglich. Das Kloster enthält eine Nationalschatz-Glocke aus dem dreizehnten Jahrhundert, einen großen Kreuzgang und mehrere Unterpagoden im Bergwald. Zazen für Anfänger wird wöchentlich angeboten.
10. Eizan-ji und Shōren-in, Kyoto
Shōren-in in Kyoto, obwohl offiziell kein Kloster in der strengen Schulsukzession, verdient Erwähnung für seinen Garten mit Kampferbäumen aus dem dreizehnten Jahrhundert — einige der ältesten lebenden Stadtbäume Kyotos. Der Tempel der Tendai-Tradition ist ruhig und oft wenig besucht. Für Zazen-Erfahrung in Kyoto empfiehlt sich Daikaku-ji oder das Kennin-ji, das älteste Zen-Kloster der Stadt (1202).
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Die meisten japanischen Klöster sind gegen Eintritt für Tagesbesucher zugänglich. Schuhe ausziehen beim Betreten von Hallengebäuden; stille Haltung in Bereichen aktiven Gebets. Frühmorgens (vor 8 Uhr) ist die ruhigste Zeit in den großen Zentren. Kōyasan ist per Bahn und Standseilbahn von Osaka in zwei Stunden erreichbar. Alle Tempel auf der Karte eingetragen.