← Zurück zum Blog

Die 10 bedeutendsten Klöster in Rumänien

Rumänien besitzt eine der originellsten monastischen Kunsttraditionen Europas: die bemalten Klöster der Bukowina. Im späten fünfzehnten und frühen sechzehnten Jahrhundert ließen die moldauischen Fürsten die Außenfassaden ihrer Klöster vollständig mit biblischen Szenen, Heiligenreihen und Darstellungen des Jüngsten Gerichts bemalen — eine theologische Enzyklopädie, die für eine Bevölkerung lesbar war, die keine Buchstaben kannte. Das Ergebnis, in Farben die über fünfhundert Jahre dem Regen und den Wintern der Bukowina standgehalten haben, ist eines der eindrucksvollsten Kulturgüter des orthodoxen Europa.

1. Voroneț, Bukowina

Voroneț, 1488 von Stephan dem Großen nach dem Sieg über die Türken gegründet, ist das berühmteste der bemalten Klöster der Bukowina — bekannt als „Sixtinische Kapelle des Ostens". Die Westfassade zeigt eine monumentale Darstellung des Jüngsten Gerichts von außerordentlicher Kompositionskraft; der Hintergrund in dem charakteristischen „Voroneț-Blau" — einem Ultramarinton, dessen chemische Formel bis heute nicht vollständig reproduziert werden konnte — ist das bekannteste Bildmotiv der rumänischen Sakralkunst. Heute ein Nonnenkloster; täglich zugänglich, Eintritt kostenpflichtig.

2. Sucevița, Bukowina

Sucevița ist das größte und am besten erhaltene der bemalten Klöster — seine hohen Steinmauern mit Verteidigungstürmen verleihen ihm das Aussehen einer Festung. Die Außenmalereien (spätes sechzehntes Jahrhundert) bedecken praktisch alle Außenwände in einem dichten Programm aus Heiligenreihen, Propheten und Szenen des Neuen Testaments. Die Nordwand zeigt die unvollendete Malerei einer Himmelsleiter — nach Überlieferung starb der Maler beim Fall von der Leiter. UNESCO-Welterbe; aktives Nonnenkloster.

3. Moldovița, Bukowina

Moldovița, 1532 gegründet und mit Fresken aus dem sechzehnten Jahrhundert versehen, enthält eine der vollständigsten Außenmalerei-Programme der Bukowina. Die Südwand zeigt die Belagerung Konstantinopels durch die Perser im siebten Jahrhundert — eine allegorische Darstellung, die die Verteidigung des christlichen Glaubens gegen die türkische Bedrohung symbolisiert. Die Farben — hauptsächlich in Ockertönen und Blaugrün — sind gut erhalten. UNESCO-Welterbe; aktives Nonnenkloster.

4. Humor, Bukowina

Das Kloster Humor, 1530 vom moldauischen Großlogotheten Teodor Bubuiog gegründet, ist für seine außergewöhnliche Darstellung der Akathist-Hymne — einer Hymne an die Gottesmutter — auf der Südfassade bekannt. Das Programm ist detailreicher als in den anderen Bukowina-Klöstern; die rötlich-braunen Domininanztöne unterscheiden Humor von den blauen und grünen Tönen seiner Nachbarn. UNESCO-Welterbe; aktives Nonnenkloster.

5. Putna, Bukowina

Putna, 1466 von Stephan dem Großen als sein persönliches Grabkloster gegründet, ist das bedeutendste der moldauischen Fürstenklöster — die Grablege Stephans und mehrerer seiner Nachfolger. Das Kloster besitzt eine reiche Sammlung mittelalterlicher Stickkünste (Goldstickereien auf Seide), die das Nationalmuseum im Klostergebäude verwahrt. Die Außenfresken sind verloren; dafür ist das Innere der Kirche von besonderer Schönheit. Aktives Männerkloster; täglich geöffnet.

6. Probota, Bukowina

Probota ist weniger bekannt als die anderen Bukowina-Klöster, enthält aber Fresken des sechzehnten Jahrhunderts von vergleichbarer Qualität. Es war eines der frühen Klöster Stephans des Großen (gegründet 1530 in seiner heutigen Form), wurde jedoch nach dem Tod des Fürsten weniger gefördert. Das Kloster wurde in den 1990er Jahren umfassend restauriert. UNESCO-Welterbe; aktives Nonnenkloster.

7. Curtea de Argeș, Walachei

Das Kloster Curtea de Argeș (Hof von Argeș), die Grablege der walachischen Fürsten und seit dem neunzehnten Jahrhundert auch der rumänischen Könige, ist das bedeutendste orthodoxe Kloster der Walachei. Die Kirche aus dem frühen sechzehnten Jahrhundert ist eine Synthese aus byzantinischen und orientalischen Architekturelementen, wie sie in Rumänien einzigartig ist. Die Legende vom Bau der Kirche — der Baumeister Meşterul Manole mauerte seine Frau in die Fundamente ein, um das Gebäude lebendig zu machen — ist der bekannteste Gründungsmythos der rumänischen Folkloretradition.

8. Horezu, Walachei

Horezu (Hurezi), 1690 von Fürst Constantin Brâncoveanu gegründet, ist das bedeutendste Beispiel des brâncovenischen Stils — einer synthetischen Verbindung aus byzantinischer Ikonographie, venezianischem Ornament und osmanischem Flachrelief, die unter Brâncoveanu das kulturelle Programm der Walachei definierte. Seit 1993 UNESCO-Welterbe. Der Kreuzgang mit seinen gedrehten Steinsäulen und sein Freskenprogramm von außerordentlicher Eleganz machen Horezu zum ästhetisch reichsten der walachischen Klöster. Aktives Nonnenkloster.

9. Brâncoveanu, Sâmbăta de Sus, Siebenbürgen

Das Kloster Brâncoveanu in Sâmbăta de Sus in Siebenbürgen wurde vom gleichen Fürsten Constantin Brâncoveanu gegründet, liegt aber in der Transsilvanischen Umgebung nahe dem Fagaraş-Gebirge. Es wurde 1785 von den Habsburgern zerstört und im zwanzigsten Jahrhundert unter Metropolit Nicolae Bălan wiederaufgebaut. Das Kloster empfängt heute Retreatgäste und ist ein wichtiges Pilgerzentrum der rumänischen griechisch-orthodoxen Bevölkerung Transsilvaniens.

10. Mănăstirea Neamț, Moldau

Die Neamț-Abtei in der Moldau, gegründet im vierzehnten Jahrhundert, war ein wichtiges kulturelles und religiöses Zentrum des mittelalterlichen Moldaureichs. Sie beherbergte eine berühmte Schule der Ikonenmalerei und ein bedeutendes Skriptorium. Heute ist Neamț das größte aktive Männerkloster Rumäniens, mit einer Gemeinschaft von über hundert Mönchen unter der Schirmherrschaft des Patriarchats von Bukarest. Die Klosterbibliothek enthält eine der bedeutendsten Sammlungen rumänischer Kirchenmanuskripte.

Die Malerei der Außenfassaden: Technik und Ikonographie

Die Außenfresko-Tradition der moldauischen Klöster entstand in einem kurzen Zeitfenster zwischen etwa 1487 und 1547 und ist in dieser Form einzigartig auf der Welt. Die Maler verwendeten eine al-fresco-ähnliche Technik, bei der Pigmente auf frischen Kalkputz aufgetragen wurden; die Haltbarkeit der Farben über Jahrhunderte unter subalpinem Klima ist bis heute nicht vollständig erklärt. Die Programme zeigen nicht die individuelle Kreativität eines Künstlers, sondern ein normiertes theologisches System: Die Westwand enthält fast immer das Jüngste Gericht, die Südwand mariologische Szenen und die Akathist-Hymne, die Nordfassade alttestamentliche Propheten und Vorbilder. Die systematische Entschlüsselung dieser Programme war eine der wichtigsten kirchengeschichtlichen Leistungen der rumänischen Kunsthistoriker des zwanzigsten Jahrhunderts.

Das Voroneț-Blau — ein ultramarin-ähnlicher Ton von außerordentlicher Leuchtkraft — wurde wahrscheinlich aus Lapislazuli oder einem verwandten blauen Mineral hergestellt; modernere chemische Analysen vermuten eine lokale Mineral-Kombination, deren exakte Herkunft unbekannt ist. Der Farbton ist nicht reproduzierbar in seiner vollen Wirkung, selbst in hochauflösenden Fotografien.

Stephan der Große und seine Klosterstiftungen

Stefan cel Mare (Stephan der Große, Fürst der Moldau 1457–1504) gilt als der bedeutendste Klosterstifter der orthodoxen Welt jenseits von Byzanz. Er errichtete nach jedem militärischen Sieg ein Kloster als Dankopfer — nach Überlieferung insgesamt 44 Kirchenstiftungen. Diese Kombination aus politischer Legitimation und religiösem Mäzenatentum machte die Bukowina-Klöster zu einem einzigartigen Ensemble staatlich geförderter Sakralkunst. Stephan ist in der rumänischen Orthodoxie als Heiliger kanonisiert (Heiligsprechung 1992) und in Putna begraben, das er als sein persönliches Grabkloster gewählt hatte.

Vom Lesen zum Planen

Die bemalten Klöster der Bukowina liegen in einem engen Radius von 80 Kilometern um die Stadt Suceava und können in zwei bis drei Tagen besucht werden. Die Kombination Voroneț–Humor–Moldovița ist der Kernstrang; Sucevița und Probota erfordern eine kleine Umleitung. Curtea de Argeș, Horezu und Mănăstirea Neamț liegen in anderen Regionen und benötigen jeweils separate Tage. Öffentliche Verkehrsmittel sind in der Bukowina vorhanden, aber unzuverlässig; eine eigene Fahrzeugmiete wird für die Klosterstrecken empfohlen. Alle zehn Klöster sind auf der Karte eingetragen.