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Die 10 bedeutendsten Klöster in Frankreich

Frankreich ist das historische Zentrum des westlichen Mönchtums. Von Cluny aus reformierten Benediktiner-Äbte im zehnten und elften Jahrhundert das europäische Klosterwesen; von Cîteaux aus starteten die Zisterzienser im zwölften Jahrhundert ihre asketische Gegenbewegung; in der Grande Chartreuse entstand das strengste Eremitentum des Westens. Gleichzeitig ist Frankreich das Land, in dem die Revolutionszeit (1789–1815) das Mönchtum am konsequentesten zerstörte: Klöster wurden enteignet, Mönche vertrieben, Gebäude verkauft oder abgebrochen. Was heute existiert, ist zum Teil Wiederherstellung, zum Teil kontinuierliche Tradition trotz allem. Diese zehn Orte repräsentieren das Beste dieser langen Geschichte.

1. Mont-Saint-Michel, Normandie

Der Mont-Saint-Michel ist das bekannteste Kloster Frankreichs und eines der meistbesuchten Bauwerke Europas. Die Benediktinerabtei — gegründet im achten Jahrhundert auf dem Felseninsel im Grenzgebiet von Normandie und Bretagne — ist heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes (seit 1979). Die Anlage umfasst Kirche, Kreuzgang, Refektorium und das gotische Meisterwerk der „Merveille" (das Wunder) — eine dreistöckige Gebäudegruppe aus dem dreizehnten Jahrhundert. Die Benediktiner wurden 1969 von einer kleinen Gemeinschaft abgelöst; seit 2001 sind die Fraternités Monastiques de Jérusalem hier ansässig. Geöffnet täglich; Eintritt kostenpflichtig. Die Gezeiten machen den Zugang zeitlich variabel.

2. Cluny, Burgund

Von Cluny selbst stehen heute nur Ruinen — aber was für Ruinen. Die Abteikirche des heiligen Petrus und Paulus war beim Bau im zwölften Jahrhundert die größte Kirche der Welt und blieb es über vierhundert Jahre. Im elften und zwölften Jahrhundert kontrollierten die Cluniazenser ein Netzwerk von über tausend Klöstern in ganz Europa. Die Französische Revolution machte die Abtei 1790 dem Erdboden gleich; heute stehen ein Querschiffarm und ein Glockenturm. Das Museum im Nordtrakt erklärt Größe und Funktion des verlorenen Ensembles eindrücklich. Das Städtchen Cluny selbst ist von erheblichem mittelalterlichen Charme.

3. Cîteaux, Burgund

Cîteaux, 25 Kilometer südlich von Dijon, ist das Mutterhaus der Zisterzienser — gegründet 1098 von Robert von Molesme als Reform der Benediktinerregel in buchstäblicher Strenge. Bernhard von Clairvaux trat hier 1112 ein und machte das Projekt zu einer europäischen Bewegung. Das heutige Kloster ist eine aktive Trappistengemeinschaft; die historischen Gebäude sind großteils aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert. Der Klosterladen verkauft Cîteaux-Käse — einen halbfesten Weichkäse, der seit dem neunzehnten Jahrhundert hergestellt wird. Außen zugänglich; Innenbesuch nur für geführte Gruppen oder Retreatgäste.

4. Fontenay, Burgund

Die Abtei Fontenay ist die vollständigste erhaltene zisterziensische Anlage Europas aus dem zwölften Jahrhundert und UNESCO-Weltkulturerbe (1981). Sie wurde 1118 von Bernhard von Clairvaux gegründet und enthält Kirche, Kreuzgang, Kapitelsaal, Schlafsaal, Schmiedewerkstatt und Taubenhaus in nahezu unverändertem Grundriss. Seit 1906 im Privatbesitz der Familie Aynard, wird Fontenay als Museum geführt. Die Architektur der Kirche — weißer Kalkstein, völlig ornamentlos, mit Halbkreisbögen in rhythmischer Folge — ist das physischste Argument für Bernhards ästhetische Theologie.

5. Sénanque, Provence

Die Abtei Sénanque liegt in einem engen Tal in der Provence nahe Gordes und ist die bekannteste Klosteransicht Frankreichs: romanische Apsis, Lavendelfelder davor, Eichenwälder dahinter. Die Zisterziensergemeinschaft, gegründet 1148, ist heute noch aktiv und nimmt Retreatgäste auf (nur Männer für mehrtägige Aufenthalte; Tagesbesucher sind willkommen). Öffnungszeiten variieren nach Jahreszeit; der Klosterladen ist täglich zugänglich. Sénanque gehört zusammen mit Silvacane und Le Thoronet zur Gruppe der „drei Schwestern der Provence".

6. Le Thoronet, Var

Le Thoronet ist die nüchternste der drei provenzalischen Zisterzienserkirchen — niedriger, massiver, weniger melodisch als Sénanque. Die Kirche aus dem zwölften Jahrhundert besitzt eine Akustik, die für die Gregorianik ideal ist: lange Nachhallzeiten, perfekte Resonanz in den Tongewölben. Der Musikologe und Architekt Hans van der Laan, der die Musikologie der Zisterzienserarchitektur grundlegend untersuchte, arbeitete jahrelang mit Le Thoronet. Heute verwaltet als Monument historique; täglich geöffnet.

7. La Grande Chartreuse, Chartreuse-Massiv

La Grande Chartreuse, gegründet 1084 von Bruno von Köln, ist das Mutterhaus der Kartäusergemeinschaft — für externe Besucher vollständig geschlossen. Das Klostergebäude selbst kann nicht betreten werden. Das Tal (Chartreuse-Massiv, südlich von Grenoble) ist jedoch zugänglich; ein Wanderweg führt am Kloster vorbei, ohne es zu betreten. Das Musée de la Grande Chartreuse in Saint-Pierre-de-Chartreuse, vier Kilometer entfernt, erklärt das kartäusische Leben durch Rekonstruktionen einer Mönchszelle und Ausstellungsmaterial aus der Geschichte des Ordens.

8. Solesmes, Sarthe

Das Benediktinerabtei Solesmes, 1010 gegründet, ist seit dem neunzehnten Jahrhundert das wichtigste Zentrum der gregorianischen Choralforschung und -pflege weltweit. Unter Dom Prosper Guéranger (Abt 1837–1875) wurde hier die wissenschaftliche Rekonstruktion des mittelalterlichen Chorals begründet, die 1903 zu Papst Pius X.'s liturgischer Reform des Kirchengesangs führte. Die Aufnahmen der Mönchsgemeinschaft sind weltweit verbreitet; Gottesdienstbesucher sind für alle Offiziumsgebete willkommen. Der Kreuzgang enthält zwei bedeutende mittelalterliche Skulpturengruppen (die „Saints de Solesmes").

9. Sainte-Marie-Madeleine Vézelay, Burgund

Die Basilika von Vézelay, seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe, ist kein Kloster mehr — die Mönche verließen es im Mittelalter — aber die ehemalige Kluniazenserkirche ist eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke Europas. Der Langeingang durch das Narthex mit seinen außergewöhnlichen Kapitellen und dem Zentraltympanon der Ausgießung des Heiligen Geistes zählt zur romanischen Bildhauerkunst auf höchstem Niveau. Heute von einer kleinen Gemeinschaft der Fraternités Monastiques de Jérusalem betreut. Tagesbesuche frei; Vesper täglich.

10. Saint-Wandrille, Normandie

Die Abtei Saint-Wandrille in der Normandie wurde 649 gegründet und ist nach der Revolutionsunterbrechung eine der ältesten kontinuierlich aktiven benediktinischen Gemeinschaften Frankreichs. Die Abtei ist berühmt für ihren gregorianischen Choral und ihre Buchdruckerei. Das Kloster nimmt männliche Retreatgäste auf; Tagesbesucher sind für die täglichen Messen und Offiziumsgebete willkommen. Saint-Wandrille liegt in der Seine-Schleife westlich von Rouen.

Vom Lesen zum Planen

Frankreich hat die dichteste Konzentration von UNESCO-anerkannten Klosterstätten in Europa. Die Burgundregion allein enthält vier der zehn hier aufgeführten Orte. Nutzen Sie die Karte, um Klöster nach Region zu filtern und einen Korridor von Paris über Burgund in die Provence zu planen, der alle wichtigen Stätten in weniger als einer Woche verbindet.