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Die 10 bedeutendsten Klöster und Kirchen in Äthiopien

Die äthiopisch-orthodoxe Tewahedo-Kirche ist eine der ältesten christlichen Kirchen der Welt. Das Königreich Aksum konvertierte im vierten Jahrhundert, bevor Konstantinopel, vor Rom. Die äthiopische Liturgie ist in Ge'ez (Altäthiopisch), die monastische Tradition hat ihre Wurzeln bei den sogenannten Neun Heiligen — syrische Missionare des fünften Jahrhunderts, die Klöster in den Bergen des nördlichen Hochlands gründeten. Aus dieser frühen Pflanzung entstanden Felsenkirchen, Inselklöster und Höhlenheiligtümer, die zu den eindrucksvollsten sakralen Stätten Afrikas gehören.

1. Debre Damo, Region Tigray

Debre Damo ist vielleicht das älteste noch aktive Kloster Äthiopiens, gegründet im sechsten Jahrhundert vom Heiligen Abba Aregawi, einem der Neun Heiligen. Es thront auf einem flachen Tafelberg (Amba) und ist nur per Seil erreichbar — ein aus Tierhaut geflochtenes Seil, an dem Männer den zwölf Meter hohen Steilhang hinaufklettern. Frauen haben keinen Zutritt. Die Holzkirche aus dem sechsten Jahrhundert enthält einige der ältesten erhaltenen Kirchenschnitzereien Äthiopiens, darunter Holzdecken mit einzigartigen aksumitischen Zackenmotiven. Der Klosterberg ist von einer unberührten Atmosphäre; die Zeit scheint sich kaum verändert zu haben.

2. Lalibela, Region Amhara

Lalibela ist keine einzelne Klosteranlage, sondern ein Komplex von elf monolithischen Felsenkirchen, die im zwölften und dreizehnten Jahrhundert unter König Lalibela aus dem lebenden Vulkangestein des Hochlandes gehauen wurden. Jede Kirche ist ein einziger Felsblock, von oben nach unten ausgehöhlt — weder gemauert noch gebaut, sondern herausgeschnitten. Seit 1978 UNESCO-Weltkulturerbe. Die bekannteste Kirche — Bete Giyorgis (St. Georg) — ist ein perfekt erhaltenes Kreuzrelief aus rotem Tuff, das aus der Erde ragt. Lalibela ist heute noch eine aktive Pilgerstadt; das Timkat-Fest (äthiopische Epiphanie) im Januar zieht Zehntausende von Pilgern an.

3. Debre Libanos, Region Oromia

Debre Libanos, 100 Kilometer nördlich von Addis Abeba, wurde im dreizehnten Jahrhundert vom Heiligen Tekle Haymanot gegründet — dem bedeutendsten äthiopischen Heiligen nach den Aposteln. Das heutige Kloster stammt aus dem neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert; die ältere Anlage wurde im 16. Jahrhundert durch den Imam Ahmad Gragn zerstört. Das Kloster liegt über einem tiefen Canyon und ist von einer zerklüfteten Basaltlandschaft umgeben. In der Nähe liegt eine Brücke aus dem fünfzehnten Jahrhundert, die von portugiesischen Handwerkern gebaut wurde — ein seltenes Zeugnis der frühneuzeitlichen Kontakte zwischen Äthiopien und Europa.

4. Ura Kidane Mihret, Tanasee-Inseln

Der Tanasee im Nordwesten Äthiopiens enthält auf seinen Inseln einige der ältesten Klöster des Landes, die vor Plünderung und Invasion in die Mitte des Sees flüchteten. Das Kloster Ura Kidane Mihret auf der Halbinsel Zege ist das zugänglichste und enthält eine reiche Sammlung von Wandmalereien aus dem achtzehnten Jahrhundert, die biblische und hagiografische Szenen in leuchtenden Farben zeigen. Das Kloster ist per Boot von Bahir Dar erreichbar (etwa eine Stunde). Frauen dürfen die Kirche betreten — ein wichtiger Unterschied zu einigen anderen Tanasee-Inseln.

5. Asheton Maryam, Region Amhara

Asheton Maryam ist eine in den Felsen gehauene Kirche auf dem Gipfelplateau oberhalb von Lalibela, auf 3150 Metern Höhe. Der Aufstieg zu Fuß oder auf einem Maultier dauert anderthalb Stunden vom Zentrum Lalebelas; der Weg ist steil aber für Wanderer mit moderater Fitness machbar. Die Aussicht auf das Hochland und die umliegenden Kirchen ist außergewöhnlich. Asheton Maryam ist weniger besucht als die elf Felsenkirchen unten und bietet eine ruhigere Atmosphäre.

6. Yemrehana Krestos, Region Amhara

Yemrehana Krestos liegt 40 Kilometer nördlich von Lalibela in einer Höhle am Fuße eines Steilhangs. Es ist älter als die Lalibela-Kirchen und folgt in seiner Architektur noch dem aksumitischen Stil: Wechsel aus Holzbalken und Stein, ohne den monolithischen Aushöhlungsstil. Die Höhle selbst enthält hinter der Kirche Tausende von Knochen — Pilger, die gebeten haben, hier begraben zu werden und deren Wunsch erfüllt wurde. Das Kloster ist wenig touristisch erschlossen; eine eigene Fahrzeugmiete ist empfehlenswert.

7. Na'akuto La'ab, Region Amhara

Na'akuto La'ab, der Nachfolger König Lalibelaas auf dem Thron, soll nach seiner Abdankung hier als Einsiedler gelebt haben. Das Kloster liegt in einer natürlichen Höhle auf einem Steilhang zwei Kilometer nordöstlich von Lalibela und enthält eine reiche Sammlung von Kirchenschätzen: Goldene Kreuze, illuminierte Manuskripte und Ikonen aus verschiedenen Jahrhunderten. Es ist kleiner und stiller als das Hauptlalibela-Komplex und wird von weniger Besuchern aufgesucht.

8. Genete Mariam, Region Amhara

Genete Mariam liegt 12 Kilometer östlich von Lalibela und wird als eine der ältesten im Lalibela-Stil gehauenen Kirchen betrachtet, möglicherweise aus dem zwölften Jahrhundert. Das Kloster ist von wenigen aktiven Mönchen bewohnt und empfängt selten ausländische Besucher, was einen Besuch ruhiger und authentischer macht als die Hauptattraktionen. Der Weg dorthin ist im Regenzeit (Juli–August) schwer zu befahren.

9. Adigrat-Klöster, Region Tigray

Die Region Tigray im Norden Äthiopiens enthält Dutzende von Felsenkirchen und kleinen Klöstern, die wenig bekannt aber von außerordentlichem historischen Wert sind. Das Kloster Debre Tsion nahe Adigrat und die Kirchencluster in den Wukro-Felsen sind für Besucher mit eigenem Fahrzeug zugänglich. Viele dieser Kirchen bewahren Manuskripte und Ikonen aus dem ersten Jahrtausend, die noch nicht systematisch inventarisiert wurden.

10. Debre Bizen, Region Tigray

Debre Bizen liegt auf einem steilen Bergplateau in der Nähe der eritreisch-äthiopischen Grenze und ist eines der größten orthodoxen Klöster Nordäthiopiens. Es wurde im vierzehnten Jahrhundert vom Heiligen Filipos gegründet und hat eine bedeutende Manuskriptsammlung. Frauen und weibliche Tiere (einschließlich Kühe und Hennen) haben keinen Zutritt; die Regel wird streng eingehalten. Der Aufstieg dauert mehrere Stunden.

Alle auf einen Blick

Die äthiopisch-orthodoxe Kirche erwartet große Bescheidenheit in der Kleidung: Schuhe vor jeder Kirche ausziehen, Schultern und Knie bedecken. Die beste Reisezeit für Nordäthiopien ist Oktober bis März; die Regenzeit (Juni–September) macht viele Feldwege unpassierbar. Lalibela hat internationalen Flughafen; für abgelegene Kirchen ist ein Mietfahrzeug mit lokalem Führer unerlässlich. Alle Stätten sind auf der Karte eingetragen.